Forum Deutschlandstipendium 2026

Die Programmverantwortlichen der Hochschulen für das Deutschlandstipendium kamen in diesem Jahr in Stuttgart zusammen: Am 28. Mai 2026 fand das diesjährige Forum Deutschlandstipendium von 10:30 Uhr bis 16:30 Uhr unter dem Motto "15 Jahre Wir: Gemeinsam für eine gelebte Stipendienkultur" an der Universität Stuttgart statt.

Die jährliche bundesweite Netzwerkveranstaltung bot den Programmverantwortlichen des Deutschlandstipendiums Gelegenheit zum fachlichen Austausch, einem voneinander Lernen und gemeinsamer Vernetzung. Der Veranstaltungsort war auf dem Campus Vaihingen. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Preisverleihung des Wettbewerbes Deutschlandstipendium Stories zur Auszeichnung wirksamer und innovativer Kommunikationsformate.

Auf dem Forum gab es viel Zeit und Raum für einen vertieften Austausch zu Themen wie Netzwerkarbeit, Gewinnung von Fördernden, Durchführung von Veranstaltungen, Kommunikation, Auswahlverfahren und ideeller Förderung. Alltäglichen Frage- und Problemstellungen, aber auch persönliche Ideen, Anregungen und Beispiele guter Praxis wurden hier in den Fokus gerückt und workshopbasiert bearbeitet.

 

Programmablauf

Ab 9:30 Uhr Check-in im Pfaffenwaldring 5a
10:30 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Michael-Jörg Oesterle, Prorektor für Lehre und Weiterbildung der Universität Stuttgart, und Andrea Frank, stellvertretende Generalsekretärin des Stifterverbandes
10:50 Uhr Thematische Einführung und Vorstellung des Tagesablaufs
11:00 Uhr Workshop-Block 1: Parallel stattfindende Workshops
12:10 Uhr Kurze Berichte aus den Workshops
12:30 Uhr Mittagspause
13:40 Uhr Preisverleihung des Wettbewerbs "Deutschlandstipendium Stories"
14:20 Uhr Workshop-Block 2: Parallel stattfindende Workshops
15:30 Uhr Kurze Berichte aus den Workshops
15:50 Uhr Kaffeepause und themenfokussierte Stehtischgespräche
16:25 Uhr Zusammenfassung und Ausblick
16:30 Uhr Ende der Veranstaltung
Ab 16:30 Uhr Informelles Get-together

 
Vorabendprogramm am 27. Mai 2026
Bereits am Vorabend des Forums gab es ein Programmangebot zum Austausch und zur informellen Vernetzung. Es bestand aus einer gemeinsamen Stadtführung (18:00 Uhr, Startpunkt: Musikpavillon vor dem Neuen Schloss; Tickets übernimmt der Stifterverband) sowie einem anschließenden Get-together (im Carls Brauhaus direkt am Schlossplatz um 19:30 Uhr; Selbstzahler). 

Das Form Deutschlandstipendium lebt wesentlich von persönlichen Ideen, Erfahrungen, Fragen, Herausforderungen und Erfolgsbeispielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die behandelten Themenkomplexe umfassten diese Bereiche:

  • Fundraising, zum Beispiel Gewinnung, Bindung und Pflege von Fördernden, Klein- und Großspenden
  • Netzwerkarbeit, zum Beispiel Konzeption und Umsetzung von (digitalen) Netzwerkveranstaltungen wie Stipendienvergabefeiern und Angeboten für Fördernde, Auf- und Ausbau von regionalen Netzwerkstrukturen
  • Auswahlverfahren, zum Beispiel Gestaltung von Auswahlprozessen, ggf. auch unter Berücksichtigung von Vielfalt und Chancengleichheit
  • Kommunikation, zum Beispiel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (auch Social Media) und Verbreitung von Erfolgsbeispielen, Storytelling, Testimonials, Videos, Podcasts etc.
  • Ideelle Förderung, zum Beispiel Konzeption und Umsetzung begleitender Formate der ideellen Förderung, Gestaltung von Austauschprozessen, gesellschaftliches Engagement etc.
  • Alumniarbeit, zum Beispiel Auf- und Ausbau der Netzwerkarbeit über die Förderdauer hinaus inkl. Gewinnung neuer Fördernder
  • Verwaltung/Dokumentation, zum Beispiel Meldung von Vergabezahlen an die statistischen Landesämter, (softwarebasierte) Optimierung von Verwaltungs- und Dokumentationsprozessen

Workshop-Block 1

Um 11:00 Uhr begannen die ersten vier Workshops, aus denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums Deutschlandstipendium ein Angebot aussuchen konnten:
 

  • Workshop #1
    Menschen erreichen mit begrenzten Ressourcen: Storytelling und gute Ansprache für das Deutschlandstipendium
    Prof. Dr. Vera Spillner, Hochschule der Medien Stuttgart
     
    Der Workshop fragte, wie Storytelling und gute Ansprache helfen können, mit begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen Studierende und Fördernde besser zu erreichen. Ausgangspunkt war ein kurzer Impuls zu erfolgreicher Akquise mit wiederverwendbaren Bausteinen, klarer Zielgruppenorientierung, persönlicher Ansprache und Storytelling. Anschließend sammelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Best Practices und Herausforderungen und verdichteten gemeinsam, welche Prozesse, Botschaften und Geschichten in der Praxis wirklich funktionieren. Ziel war ein praxisnaher Austausch, der Mut macht, Bestehendes weiterzuentwickeln und mit einfachen Mitteln wirksamer zu kommunizieren.
     
  • Workshop #2
    Einfach Anders – Sonderformate als Potsdamer Erfolgsstrategie 
    Marianna Bähnisch und Karina Jung, Universität Potsdam
     
    Der Workshop veranschaulichte, wie ein strukturschwächeres Bundesland durch gezielt entwickelte Formate erfolgreich Spenden einwirbt, die Stärken der Universität nutzt und zugleich Studierende stärker in das Deutschlandstipendienprogramm einbindet. Beiden vorgestellten Formaten ist gemeinsam, dass sie nicht auf die Einwerbung einzelner Stipendien abzielen, sondern jeweils Spenden für mehrere Stipendien zugleich generieren: "Smart Rooms" vermitteln beruflich relevante Kompetenzen, während "Denkfabriken" Studierenden Raum für eigene erste Forschungsprojekte bieten. Im Workshop stand der gemeinsame Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt: Inwiefern ist das Potsdamer Modell auf andere Hochschulen oder Bundesländer übertragbar? Welche Erfahrungen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops mit Sonderformaten gesammelt? Wie sind die Formate organisatorisch verankert? Mit welchem Ressourcenaufwand muss man rechnen?
     
  • Workshop #3
    Gesetz trifft Praxis – Gesetzlicher Rahmen und Arbeitsrealität im Einklang
    Franziska Hiemer, Hochschule München (HM) – University of Applied Sciences

    Das Stipendienprogramm-Gesetz (StipG) gibt zusammen mit der Stipendienprogramm-Verordnung (StipV) – sowie den FAQs des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) – den gesetzlichen Rahmen des Deutschlandstipendiums vor. Wenn Rahmenbedingungen und Arbeitsrealitäten aufeinandertreffen, eröffnen sich ab und an Herausforderungen in der Umsetzung, die es aufeinander abzustimmen gilt. In diesem Impuls-Workshop wurde gemeinsam herausgearbeitet, a) bezüglich welcher Punkte der gesetzliche Rahmen und die Arbeitsrealität schwer zu vereinbaren scheinen, b) welche Best Practices die Hochschulen bereits umsetzen oder anwenden könnten, um diese Diskrepanzen aufzulösen, und c) welche Maßnahmen hilfreich wären, um den gesetzlichen Rahmen und die Arbeitsrealität noch besser in Einklang zu bringen.
     
  • Workshop #4
    Eine "Landesgruppe Deutschlandstipendium" – lohnt sich das? 
    Ulrich Eggert, Universität Stuttgart
     
    Die baden-württembergischen Hochschulen waren bestimmt nicht die Ersten, die sich zu einer Landesgruppe formiert haben. Aber inzwischen verfügen sie über einen gewissen Erfahrungsschatz bezüglich des Austauschs und des gemeinsamen Auftretens. Zu ihren Treffen, einmal jährlich in Präsenz und ca. achtmal online im Jahr, kommen meist zwischen 10 und 20 Personen zusammen. Daher wollte dieser Workshop sowohl diese Erfahrung mit denen teilen, die sich (noch) nicht organisieren konnten, als auch gerne mit denen diskutieren, die bereits ähnliche Erfahrungen haben. Denn es zeigt sich in jedem der Treffen, dass es wieder neue Ideen gibt und Probleme bereits irgendwo erfolgreich gelöst werden konnten. Und dass auch Ministerien von einem solchen Austausch profitieren können.

Workshop-Block 2

Um 14:20 Uhr folgte eine zweite Session mit vier weiteren Workshops, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums Deutschlandstipendium zur Auswahl standen.
 

  • Workshop #5
    On- und Offboarding im Deutschlandstipendium: Prozesse, Herausforderungen und Best Practices 
    Daniela Zwicker und Kerstin Wagner, HAWK
     
    Dieser Workshop vertiefte die Gestaltungsfrage eines bewussten und strukturierten Einstiegs sowie eines reibungslosen Übergangs in die Alumni-Phase im Deutschlandstipendium. Gemeinsam wurde beleuchtet, welche Maßnahmen das Onboarding und Offboarding konkret unterstützen, um den Geförderten Orientierung, Sicherheit und Zugehörigkeit zu vermitteln. Darüber hinaus wurden Erfahrungen ausgetauscht, um Strategien zu identifizieren, die bereits zu einer stärkeren emotionalen Verbindung, einer verbesserten Wahrnehmung des Stipendiums und einer langfristigen Bindung an das Netzwerk geführt haben. Im Zentrum stand auch die Diskussion darüber, welche Impulse die nachhaltige Gestaltung des Beziehungsmanagements für die zukünftige Entwicklung des Deutschlandstipendiums bieten kann.
     
  • Workshop #6
    Wiederbewerbungen im Deutschlandstipendium effizient gestalten
    Bruna Mitchell und Christian Jörg, valucon GmbH
     
    Wiederbewerbende bringen stets zahlreiche Daten aus früheren Bewerbungsrunden mit. Diese Potenziale können im weiteren Bewerbungsprozess optimal genutzt werden. Dieser Workshop zeigtr, welche Möglichkeiten dabei die Software APTE NG bietet, um Bewerbungsformulare für bereits Geförderte gezielt zu vereinfachen. Im Fokus standen die bereits etablierte Übernahme vorhandener Daten aus vorherigen Bewerbungen, deren Usability gezielt für eine noch bessere Nutzererfahrung optimiert wurde, sowie Funktionen wie das Kopieren von Bewerbungen zwischen Formularen. Zusätzlich wurde betrachtet, wie Pflichtangaben reduziert und Prozesse für Wiederbewerbende schlanker gestaltet werden können. Ziel des Workshops war es, praxisnahe Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Hochschulen den Bewerbungsaufwand für Stipendiatinnen und Stipendiaten reduzieren und die Datenqualität auf einem möglichst hohen Niveau zu halten.
     
  • Workshop #7
    Stipendienfeiern zwischen Dankbarkeitskultur, Vernetzung und Organisation
    Carla Sievers, Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU)
     
    Im Kalender eines jeden Förderjahres ist die Stipendienfeier stets ein besonderes Highlight und meist die wichtigste Veranstaltung im Rahmen des Deutschlandstipendiums. Sie wird, je nach Anzahl der Fördernden und Geförderten, Wünschen der Hochschulleitung, besonderen Schwerpunktsetzungen und personellen/räumlichen Kapazitäten an den Hochschulen unterschiedlich ausgestaltet. Ausgehend von den langjährigen Erfahrungen mit der Organisation und Durchführung der Übergabe der Deutschlandstipendien an der RPTU sollte ein kollegialer Austausch über folgende Fragen stattfinden: Welche Erfahrungen haben Sie bereits gemacht? Was läuft besonders gut, was ist Ihnen wichtig, wo sehen Sie Veränderungsbedarf? Wie binden Sie Fördernde und Geförderte ein? Wie sieht das Programm rund um die Urkundenvergabe aus? Welche (personellen) Kapazitäten haben Sie?
     
  • Workshop #8
    Fundraisingstrategien: Wie bauen wir sie auf, wie messen wir ihren Erfolg?
    Claudia Kunze, Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS)
     
    Derzeit wird an der THWS das Thema "Hochschulweites Fundraising" neu aufgebaut. Dieser Workshop beschäftigte sich daher mit der Frage, mit welchen Strategien Hochschulen ihre potenziellen Fördernden aussuchen und wie dabei der Erstkontakt verläuft. Zudem wurde geschaut, wie der Erfolg einer Strategie auch anhand von Zahlen und Fakten belegt wird. Des Weiteren wurde die Frage besprochen, wie die Einbindung von Fakultäten in die Einwerbung von Spenderinnen und Spendern für das Deutschlandstipendium gelingen kann und ob es dazu bereits Best-Practice-Beispiele gibt.

 

Hinweise zur Anreise

Umgebungsplan

Kontakt

Alexander Tiefenbacher

Dr. Alexander Tiefenbacher

Servicezentrum Deutschlandstipendium
Pariser Platz 6
10117 Berlin
T 030 322982-514

E-Mail senden