Engagement gewinnen,
Vernetzung gestalten

Ein Wettbewerb des Stifterverbandes zur Auszeichnung von

Initiativen zur Förderergewinnung und Vernetzung im Rahmen des

Deutschlandstipendiums


Das Deutschlandstipendium hat sich in den letzten Jahren fest in der Hochschulwelt etabliert. Ein wichtiges Erfolgskriterium dafür ist die Gewinnung privater Unterstützer wie Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen, die sich im Bereich der Talent- und Nachwuchsentwicklung engagieren. Die Hochschulen haben dazu unterschiedliche Strategien und Vernetzungsmaßnahmen entworfen, Förderer für eine finanzielle und häufig auch ideelle Unterstützung zu begeistern.

Mit dem Wettbewerb "Engagement gewinnen, Vernetzung gestalten" hat der Stifterverband diesen Einsatz der Hochschulen gewürdigt und ihre besten und kreativsten Konzepte zur Unterstützergewinnung identifiziert und ausgezeichnet. Zur Weiterentwicklung ihrer Formate erhalten sie ein Preisgeld von jeweils
10.000 Euro.


Die Sieger


24 Hochschulen haben sich an der Ausschreibung beteiligt. Drei Initiativen haben die Wettbewerbsjury dabei in besonderer Weise überzeugt. Am 11. Mai 2017 wurden sie im Rahmen der Jahresveranstaltung zum Deutschlandstipendium in München von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka ausgezeichnet.




  • Berliner MINT-Verbund Deutschlandstipendien
    Sechs Berliner Hochschulen (drei Universitäten und drei Fachhochschulen) vergeben im Verbund insgesamt 180 Deutschlandstipendien für ihre Studierenden in 45 MINT-Studiengängen. Finanziert wird das Projekt durch die Berliner Wirtschaft: Im Frühjahr 2015 wurde die Initiative aus einer Vielzahl eingereichter Projektideen von der IHK Berlin als Bildungsprojekt im Bereich "Akademische Fachkräfte und Wissenstransfer" als förderungswürdig ausgewählt. Eine der zentralen Herausforderungen wird es nun sein, die von der IHK ermöglichte Förderung auch langfristig durch eine erfolgreiche Unterstützergewinnung zu verstetigen.

    Eines der Kernziele des Projektes ist es daher, die in Berlin ansässigen KMUs, die "Hidden Champions" der Berliner Wirtschaft, auf das Deutschlandstipendium aufmerksam zu machen und für eine Förderung zu begeistern. Das "Matching" der Stipendiaten mit den Berliner KMUs als "Paten" ist eine der zentralen Elemente des Verbundprojektes.

    Neben der Vergabe der Stipendien wurde auch ein Begleitprogramm mit Netzwerkveranstaltungen (zwei große Netzwerktreffen sowie sechs öffentliche MINT-Lectures) und eine Koordinierungsstelle als Netzwerkknoten und operative Umsetzungseinheit eingerichtet.

    Juryurteil: Das Projekt bringt den Netzwerkgedanken des Deutschlandstipendiums sehr gut auf den Punkt und verfügt zudem über einen gut strukturierten Aufbau. Die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle für alle Netzwerkpartner besitzt Modellcharakter und kann ähnlichen Verbünden als Vorbild dienen.





  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
    Die HTW Dresden hat die beiden Themen "Unternehmensgründung" und "Deutschlandstipendium" miteinander verknüpft: Parallel zur Ansprache von Großunternehmen wurde das Modell "Gründergeist meets Deutschlandstipendium" zur Ansprache von jungen Gründern und Startups initiiert. Vor dem Hintergrund des Hochschulprofils der HTW Dresden ist dies naheliegend: Das Thema Gründung ist ein zentrales Profilmerkmal der Hochschule und wird als Karriereoption für Studierende intensiv gefördert, zum Beispiel durch die "Gründungsschmiede", den Inkubator der HTW Dresden.

    Das stetig wachsende Netzwerk aus jungen Gründern, Startups und Selbstständigen soll für die Förderung des Deutschlandstipendiums zunehmend aktiviert werden. Gleichzeitig wird bei den Stipendiaten eine Sensibilisierung für das Thema der Unternehmensgründung bewirkt. Für die Jungunternehmer wurde auch die Option der gemeinsamen Förderung eines Stipendiaten durch mehrere Gründer eingeführt, um den finanziellen Einstieg als Förderer zu erleichtern und den Vernetzungsgedanken zu befördern. Eine begleitende Pressearbeit erhöht die Bekanntheit der jungen Förderunternehmen.

    Eine Vernetzungsdatenbank zwischen Stipendiaten, KMUs und Startups sowie regelmäßige Netzwerktreffen und Mentoring-Programme bringen Gründer und Studierende gezielt in Verbindung.

    Juryurteil: Das Projekt hat die sich ähnelnden Ausgangslagen und Vernetzungsbedürfnisse von jungen Gründern und Deutschlandstipendiaten erkannt und verbindet diese beiden Zielgruppen auf ebenso innovative wie schlüssige Weise, und zum beiderseitigen Vorteil.





  • Stiftung Universität Hildesheim
    Unter dem Motto "Bildung Stiften 111 — Die Deutschlandstipendienkampagne der Stiftung Universität Hildesheim" hat die Universität Hildesheim eine eigene Förderkampagne für Unterstützer des Deutschlandstipendiums initiiert, durch welche die für das Studienjahr 2017/18 an der Universität maximal vergebbaren Deutschlandstipendien erreicht werden sollen.

    Als Universität mit einem stark von Kultur-, und Bildungswissenschaften geprägtem Profil setzt sie bei der Gewinnung von Förderern insbesondere auf Privatpersonen aus der Hildesheimer Bürgergesellschaft sowie Unterstützer mit philanthropischem Interesse. Um die Vernetzung mit diesen Zielgruppen weiter zu entwickeln, macht sie die Universität zu einem offenen Raum der Begegnung und des interdisziplinären Dialogs.

    Mit Blick auf das Kampagnenziel werden diese Aktivitäten im Jahr 2017 weiter erhöht und über das ganze Jahr auf hohem Niveau gehalten. So soll die Gewinnung, Bindung und künftige Entwicklung von Fördernden weiter begünstigt werden. Als Einzelmaßnahmen hat die Universität zahlreiche Veranstaltungs- und Netzwerkangebote (zum Beispiel Stifterfrühstück, Science-Slam, Sommerfest) konzipiert, die auch und insbesondere den Förderern offen stehen.

    Und schließlich wurde ein neues Printmagazin für Freunde und Förderer mit dem Schwerpunkt Deutschlandstipendium entworfen und die Einrichtung eines eigenen Servicesbüros für Bildungstifter und Stipendiaten vorangetrieben.

    Juryurteil: Die Kampagne enthält viele überzeugende Elemente, die auf eine engere Vernetzung mit der Bürgergesellschaft hinwirken. Die dabei gewählten Maßnahmen sind schlüssig und auch auf andere Hochschulen gut übertragbar.


Fotos: Offenblen.de/Robert Bergemann

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